PROJEKTTAGE AN SCHULEN

Vor allem bei Jugendlichen zeigt sich, dass das Wissen über psychische Erkrankungen starke Unterschiede zeigt. Meist unterteilt sich die Gruppe in diejenigen, die selbst Erfahrungen mit dem Thema gesammelt haben und diejenigen, die sich damit noch nicht auseinandergesetzt haben.

Kliniken für mentale Probleme sind aus Film und Fernsehen als Einrichtungen mit Gummizellen und Zwangsjacken bekannt. Magersüchtig sind die, die nur noch aus Haut und Knochen bestehen. Wer depressiv ist, der lacht nicht mehr.

Vorurteile wie solche existieren in unserer Gesellschaft seit Jahrzehnten. Der Teufelskreis beginnt, weil darauf basierend die (ehemals) Betroffenen als schwach, überdramatisierend oder durchgeknallt gelten. Sie trauen sich deswegen nicht, öffentlich über ihre Diagnose zu sprechen, obwohl genau das dringend notwendig wäre.

Meine Projekttage richten sich an die Klassenstufen 10 bis 13, die zeitgleich in die Altersklasse gehören, in der die meisten psychischen Erkrankungen erstmalig auftreten.

Abhängig vom Alter der Schüler sowie der Größe der Gruppe und der vorhandenen Zeit stelle ich aus mehreren Modulen einen individuellen Zeitplan zusammen. Dabei ist es gut möglich, dass ich nicht alle Punkte abarbeiten kann, weil der Gesprächsbedarf groß ist. Aber dafür gebe ich dann gerne Raum, indem ich den geplanten Ablauf hinten anstelle.

Beispiele für interaktive Module:

  • Nachstellen einer Gruppentherapie
  • Demonstration von Zwangsverhalten (z.B. alle 15 Minuten 10 Kniebeugen)
  • Diskussionsrunde über Möglichkeiten, das ideale Körperbild in den Medien zu verändern
  • Anonyme Beantwortung der Frage „Was finde ich an mir besonders schön? Was mag ich gar nicht?“

Darüberhinaus berichte ich zur Abwechslung über meine eigenen Erfahrungen mit der Magersucht und meine Zeit in einer Klinik. Damit möchte ich das Bewusstsein dafür wecken, dass auch eine psychische Erkrankung nur eine Erkrankung ist. Wer sie besiegt, ist stark – Nicht schwach, weil er oder sie daran erkrankt ist!

Ob der Lehrer / die Lehrerin im Raum anwesend bleiben soll, darf die Klasse zum Beginn des Projekts eigenständig entscheiden.

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