BRIEFE AN BETROFFENE

Zu meinem eigenen Genesungsprozess gehörte auch ein Aufenthalt in einer psychotherapeutischen Klinik, wo ich auf der Jugendstation untergebracht war. Unser tägliches Highlight war dabei das Verteilen der Post, weil jeder von uns auf einen Brief hoffte. Ein solcher, auch wenn er nur aus wenigen Zeilen bestand, konnte unseren Tag retten!

Basierend darauf ist „Papers of Joy“ als Nebenprojekt entstanden. Durchgeführt wird das Ganze entweder im Rahmen von Projekttagen mit einer Klasse oder nach Möglichkeit nach einem Vortrag.

Wenn die Anwesenden möchten, bekommen sie von mir Briefpapier und Stift ausgehändigt, um einfach ein paar Zeilen an eine anonyme Person zu schreiben. Dabei geht es nicht um den Inhalt, der von Smalltalk zu Poesie alles sein kann, sondern um die Geste. Denn für die meisten Menschen in Kliniken gibt es nichts schöneres, als Unterstützung von Nicht-Betroffenen zu erfahren.

Die Notizen werden von mir persönlich gelesen und auf ihre Eignung geprüft. Anschließend werden sie an kooperierende Kliniken verteilt, die die Briefe wiederum an Patienten weiterreichen, die ein solches Zeichen benötigen.

Daher bleibt der Empfänger vorerst vollkommen anonym. Der Absender kann natürlich seine Kontaktdaten im Brief niederschreiben, aber ich bitte darum, nicht enttäuscht zu sein, wenn es keine Antwort gibt. Das entscheiden die Empfänger selbst, wobei ich versichern kann, dass der Brief definitiv nicht ignoriert wird.

Auch dieses Projekt befindet sich momentan in der Anfangsphase!

Sollte explizit die Durchführung von „Papers of Joy“ gewünscht sein, baue ich das selbstverständlich mit ein.

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